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Social Media Strategie für Ihr Unternehmen

„Facebook, Xing, Twitter, Google+, Blogs“ – jeder nutzt sie, nur wenige verstehen sie wirklich – die sozialen Netzwerke. Im Rahmen der Social Media Tage Veranstaltungsreihe der IHK Mittlerer Niederrhein sind wir daher mit regionalen Experten der Frage nachgegangen: Welches soziale Netzwerk kann für Ihr Unternehmen einen gewinn-bringenden Mehrwert schaffen? Denn nur mit einer Strategie und einem darauf aufbauenden Konzept kann die schöne, bunte Social-Media-Welt Erfolge bringen.

Auf den Veranstaltungen wurde heiß und teilweise kontrovers diskutiert. Grund genug für uns, die wichtigsten Statements zu den Themen „Social Media Strategie“ und „Social Media Plattformen“ hier in einer kurzen Interviewform noch einmal anzuführen:

Oliver Löw, docrelations
Warum sollten Unternehmen Social Media nutzen?
Weil Social Media Plattformen effektive, meinungsbildende und kostengünstige Kanäle sind, um Unternehmensinformationen zielgerichtet zu verbreiten. Alleine die Tatsache, dass rund 2/3 aller Internetnutzer in Deutschland einen Facebook-Account besitzen, zeigt, wie wichtig Social Media heute ist.

Nils Brettschneider, ruhmesmeile web publishing
Welche Plattformen im Social Web sind für Unternehmen interessant?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Plattformen für Unternehmen interessant sind. Da ist zum einen die Größe der Plattform, also die Anzahl aktiver Mitglieder. In dieser Hinsicht ist Facebook klar vorne und daher immer eine interessante Option, zumindest, wenn man sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen an Konsumenten wendet. Facebook wird diese Führungsposition natürlich zu verteidigen wissen. Trotzdem könnte es in Zukunft auch andere Netzwerke geben, die Facebook Konkurrenz machen. Entsprechende Entwicklungen sollte man immer im Auge behalten.
Neben der Größe der Plattformen, also der Anzahl Nutzer, die man erreichen kann, spielen spezifische Funktionen und Zielgruppen eine Rolle. Wenn es um Neuigkeiten und Ideen geht, ist Twitter interessant. Hat man ein sehr visuelles Produkt, sollte man sich Pinterest
anschauen. Welches Netzwerk in Frage kommt, sollte jedoch immer individuell geprüft und entschieden werden

Oliver Löw, docrelations
Welche Fragen sollte sich ein Unternehmen bei der Strategiefindung stellen?
Was will ich mit meinem Social Media Engagement erreichen? Wen will ich eigentlich erreichen? Auf welcher Plattform tummelt sich meine Zielgruppe? Kann ich meiner Zielgruppe interessanten Content bieten? Solche Fragen sollten vor einem Social Media Engagement geklärt werden, um Zeit und Ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Birgit Krüger, exe GmbH
Was ist aus Ihrer Sicht bei der Zielgruppenanalyse im Social Web zu beachten?
Als zertifizierter Reiss Profile Master nehme ich eine von Prof. Steven Reiss gewonnenen Erkenntniss zur Beantwortung dieser Frage „Wir wenden uns den Menschen zu, denen wir uns ähnlich fühlen und wenden uns von denen ab, die so anders sind.“  Wer also die Zielgruppe „Social Web“ ansprechen möchte, sollte wissen, welche Werte die Menschen im Einzelnen – also auf die jeweils unterschiedlichen Netzwerke – zusammengeführt haben. Und  die Kür ist die Reflektion auf die Frage: wer bin ich als Werbebotschafter – schätze ich diese Werte ebenfalls?

Christoph Trautmann, Braintags GmbH
Ihre Vortragstitel lautete „Keine Fanpage ist auch eine Lösung“.
Raten Sie Unternehmen von sozialen Plattformen ab?
Pauschal keinesfalls. Doch ich rate Unternehmen davon ab, direkt in ein aktives Tun einzusteigen, ohne Voraussetzungen, Verpflichtungen oder Risiken zu kennen. Facebook-Fanpages oder Twitter-Accounts sind Werkzeuge einer umfassenden Social-Media-Strategie. Wer diese besitzt, wird die Frage sehr leicht selbst beantworten können.

Nils Brettschneider, ruhmesmeile web publishing
Wie können aus Ihrer Sicht Unternehmen im Social Web erfolgreich sein?
Indem Sie verstehen, was die Nutzer von Social Media erwarten und diese Erwartungen geschickt im Kontext des eigenen Unternehmens erfüllen.

Sabine Haas, neolog consulting
Wie können Unternehmen ihren Erfolg im Social Web messen?
Die Messung von Erfolg im Social Web sollte man immer von zwei Seiten betrachten: Zum einen von der Seite der Zahlen, Daten und Fakten. Zum anderen aber auch unter Berücksichtigung „weicher Faktoren“. So ist es beispielsweise sicher notwendig und legitim, sich im Vorfeld zu überlegen, wie viel Fans man auf Facebook erreichen möchte. Diese quantitative Zielvorgabe sollte man haben und auch messen. Hinzu kommt aber auch die Definition, was man qualitativ auf Facebook erreichen möchte. Möchte man sich innovativer und jünger positionieren? Möchte man den Mitarbeitern mehr Möglichkeiten geben, kreativ nach außen zu wirken? Diese Ziele sind ebenso wichtig wie die Quantitativen und können mit Social Media Monitoring Tools nicht gemessen werden. Mein Vorschlag an KMU ist daher: Einsatz kostengünstiger oder kostenfreier Tools zur Messung nur weniger wichtiger Zahlen. Ergänzung dieser Messung mit einem persönlichen Austausch der Beteiligten zur Diskussion der qualitativen Ziele.

Sabine Haas, neolog consulting
Glauben Sie, dass soziale Medien ein Phänomen sind und sich bald überleben werden?
Soziale Medien haben aus meiner Sicht einen „digitalen Wandel“ eingeläutet. Dieser Wandel betrifft viele Bereiche des Lebens und ist nicht umkehrbar. So kann beispielsweise in Zeiten digitaler Fälschung der Wahrheitsgehalt einer Nachricht sehr gut darüber geprüft werden, dass man sich die Einträge der vor Ort wohnenden Menschen auf Facebook anschaut. Man kann etwas über die Qualität von Produkten erfahren, in dem man andere Nutzer dazu befragt. Man kann sich im Netz zu Initiativen bekennen, abstimmen oder politische Diskussionen hinterfragen. Das alles sind Möglichkeiten, die Menschen in Zeiten von Globalisierung und Informationsüberflutung benötigen und nicht mehr missen möchten. Welche Angebote und Plattformen im Internet dabei die „Marktführerschaft“ haben, spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. Wichtig ist, die im Social Web stattfindenden Prozesse zu verstehen und sich als Unternehmen frühzeitig am digitalen Wandel zu beteiligen.

(Bildnachweis: © queidea – Fotolia.com_blog)

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