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Vom Web 2.0 zur Enterprise 2.0

Bild: © Photo-K – Fotolia.com

(Gastbeitrag) Social Media Enterprise ist kein klassisches Onlinemarketing-Thema. Doch durch die Themennähe möchten wir Ihnen den Gastbeitrag von Nina Naumann (CGW GmbH) nicht vorenthalten:

 

 

Das Web 2.0 ist mit Smartphones und Tablets mittlerweile in den Unternehmen angekommen, Mitarbeiter kommunizieren auch über ihre Betriebe im Social Web, ob erwünscht oder nicht. Was aber bedeutet Enterprise 2.0? Ganz einfach: Die Vorzüge des Web 2.0 werden mit einer Software ins Unternehmen geholt. Jetzt heißt es, ihnen auch am Arbeitsplatz neue Kollaborationsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und alte Strukturen zu durchbrechen.

Menschen im Mittelpunkt
Wie beim Web 2.0 steht auch beim Enterprise 2.0 nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Mensch. Die Software ebnet nur den Weg zu einer neuen und effizienteren Form von Wissensmanagement, Projektkoordination und Kommunikation nach Innen und Außen. Ein bekanntes Beispiel für eine solche Kollaborationssoftware ist IBM Connections.

Vorteile von Enterprise 2.0
Menschen ändern sich, in vielen Unternehmen steht ein Generationswechsel an und wenn Spezialisten das Unternehmen verlassen, nehmen sie Kontakte und unschätzbares Wissen mit. Nun wird dieses Wissen zentral abgespeichert und auch Quereinsteiger oder Vertretungen finden schneller in Projekte rein, auch die Chefetage kann sich in kürzester Zeit ein Bild vom Stand der Dinge machen. Wissen wird verfügbar gemacht, Zeit wird eingespart und der Austausch über Abteilungen und Standorte hinweg wird vereinfacht.
Allgemeine Fragen, die ein Mitarbeiter an die Personalabteilung stellt, können von allen eingesehen werden. Außendienstmitarbeiter werden besser vernetzt und können Projekte, die Kollegen bearbeiten, ebenfalls ihren Kunden anbieten.
Vernetzte Teams sind schneller und arbeiten rund 20 Prozent produktiver: Dem IDC-Information Worker Productivity Survey 2008 zufolge werden über 20 Prozent der Arbeitszeit für unproduktive Informationsarbeit wie das Suchen von Informationen oder das Umspeichern von Daten aufgewendet. Dies kann mit einer Enterprise 2.0-Lösung weitgehend umgangen werden. Dateien werden zentral abgelegt, Kollegen tauschen sich über Foren, Wikis, Blogs, Instant Messenger und viele weitere Kommunikationswege aus. Der Vorteil: Alle Kommunikationsmittel sind miteinander vernetzt und ergänzen sich.

Kulturwandel
Mit der Einführung einer Enterprise 2.0-Lösung geht in jedem Unternehmen ein Kulturwandel einher: Wo früher hierarchisch und zentral gesteuert wurde, arbeiten nun Teams autonom zusammen und die Vorgesetzten übernehmen eine Moderationsfunktion. Die Auflösung der hierarchischen Arbeitsstrukturen ist aber nicht gleichzusetzen mit der Auflösung der Entscheidungsstrukturen: Enterprise 2.0-Lösungen führen zu einem intelligenten Wechselspiel aus klassischer Hierarchie und einem erfolgreichen Netzwerk. Entscheidungen trifft aber nicht die Schwarmintelligenz, sondern das Management.

Herausforderung Enterprise 2.0
Klar ist: „Hamstern“ war gestern, Zusammenarbeit, Transparenz und Offenheit zählen morgen. Typischerweise werden solche Schritte nicht von allen Mitarbeitern getragen und unterstützt. Viele möchten ihre Sicherheit in aktuellen Prozessen nicht aufgeben, haben Angst, durch die Innovation zu verlieren statt zu gewinnen. Hier liegt eine große Herausforderung.

Für wen ist Enterprise 2.0 geeignet?
Schon für KMUs ist eine solche Plattform sinnvoll. Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub können leichter aufgefangen werden, das Wissen wird transparent. Die Kosten für eine solche Lösung sind abhängig von der Anzahl der Nutzer, so dass bei Unternehmen mit weniger Mitarbeitern auch die Kosten überschaubar bleiben. In jedem Fall sollten die Mitarbeiter in der Einführungsphase intensiv betreut werden. Neben Schulungen wie mit der Software umzugehen ist, muss vor allem der Kulturwandel beobachtet und begleitet werden, um Erfolge zu erzielen.

(Gastbeitrag von Nina Naumann, Krefeld, nina_naumann
http://www.c-g-w.net)

Ein Gedanke zu “Vom Web 2.0 zur Enterprise 2.0

  1. Grundsätzlich kann ich zustimmen. Allerdings scheinen mir noch dicke Bretter zu bohren sein, denn das Management der Unternehmen (und übrigens auch der Organisationen) sind noch nicht so weit und haben den Wandel in der Unternehmens-Kultur noch lange nicht nachvollzogen. Deshalb ist Aufklärung und Beratung wichtiger denn je.

    Empfehlenswert in diesem Zusammenhang sind auch Workshops zur Vorbereitung solcher Entwicklungen, wie die anschließende Begleitung. Deshalb kommt es in der Tat nicht nur – aber auch – auf technische hochwertige Lösungen an.

    Hans Bayartz
    http://www.blog.bayartz.de

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