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SEO und die regionale Suche

Aus der Region(Gastartikel) Apps sammeln Daten. Manche mehr, manche weniger. Die App „Taschenlampe“ sammelt sogar Daten über den Standort des Nutzers. Diese Daten sind nicht wirklich wichtig für diese App, bedenkt man das nur das Blitzlicht der Smartphonekamera aktiviert wird. Dennoch lässt sich damit Geld machen – indem die Daten an Werbetreibende verkauft werden, welche dadurch Nutzerprofile vervollständigen und spezifische Werbung für den Nutzer schalten.

Nicht nur die Anbieter solcher Apps haben erkannt, dass die mobile Nutzung des Internets neue Spielräume für individuelle Werbung bietet, auch Google ermittelt den Standort des Smartphones, um regional-spezifische Suchergebnisse zu liefern.
Ganz ohne dieses zweifelhafte Datensammeln von gewissen Apps, lässt sich der eigene Internetauftritt für die regionale Suche relativ einfach optimieren. Besonders für kleine oder mittelständische Unternehmen, die ein klar definiertes geografisches Absatzgebiet haben, ist die regionale Suchmaschinenoptimierung ein sinnvollerer Einsatz von Ressourcen, als einfach eine allgemeine, undifferenzierte Suchmaschinenoptimierung. Nutzen lassen sich hierbei sowohl die Struktur und Art der Webseite, als auch eine spezifische Verlinkung auf bestimmten Portalen.

Am Anfang jeder Suchmaschinenoptimierung steht die Suche nach den richtigen Keywords.
Neben den gängigen Tools für die Keywordbestimmung, leistet ein gutes altes Brainstorming oder einfaches Nachdenken auch einiges. Sogenannte Longtail-Keywords, also Keywordgruppen wie „Schreiner Rosenheim“ oder „Möbel und Schreinerarbeiten Rosenheim“, sind je nach Unternehmen für die regionale Suche wichtiger als „einfache“ Keywords.

Longtail-Keywords spielen für die rasant anwachsende Nutzerzahl von Smartphones eine besondere Rolle. Der ständige Zugang zum Internet, verleitet dort im Netz zu suchen, wo man geografisch aktuell steht. Der Nutzer sucht in Hamburg also nach „Pizzaservice Hamburg-Altona“ und nicht nach „Pizzaservice“. Findet er eine Seite, sollte diese auch korrekt auf seinem Smartphone angezeigt werden. Eine einfache Desktop-Version einer Webseite, sieht auf dem Smartphone nicht wirklich attraktiv aus. Als Lösung bietet sich Responsive Webdesign, Dynamic Serving oder eine separate Webseite für mobile Geräte an. Betreiber von Online-Shops sollten ernsthaft über die Erstellung einer eigenen App nachdenken, die am besten eng verknüpft mit der Webseite, und, vor allem, einfach zu installieren und bedienen ist.

Egal ob eine eigene Seite für mobile Endgeräte oder nicht, der Seitentitel sollte einen regionalen Bezug haben. Dasselbe gilt auch für die Meta-Description. Die Domain regional spezifisch zu gestalten, bspw. „schreiner-xy-rosenheim.de“, lässt sich nicht immer bewerkstelligen, kann aber sehr nützlich sein. Der Title und die Descriptions der Webseite sollten die Stadt oder die Umgebung sowie die Branche oder Dienstleistung beinhalten, aber nicht mit Keywords vollgestopft werden. Ist ein Unternehmen in mehreren Städten oder Regionen vertreten, sollte für jede jeweilige Unterseite ein eigener Titel-Tag verwendet werden, dessen Struktur sich aber über die verschiedenen regionalen Unterseiten gleicht. Also „ Schreinerei xy München“, Schreinerei xy Rosenheim“, etc. Die regionale Keyword-Optimierung gilt auch, wenn der Firmensitz oder die Filiale in einem Vorort sitzt!

Google Plus bietet zusammen mit Google Places eine sehr gute Chance, sein Unternehmen kostenlos für die regionale Suche via Google zu optimieren. Google Plus und Google Places sind im deutschen Sprachraum zwar nicht so präsent wie anderswo, die Nutzerzahlen steigen aber. Auch integriert Google nur sehr langsam beide Portale miteinander und bringt auch immer Änderungen heraus – die Beschäftigung damit lohnt aber trotzdem!
Eine Verifizierung des eigenen Eintrages auf Google Plus, bzw., Places per Postkarte ist ein erster Schritt. Danach sollte das Profil ausgefüllt und weiter gepflegt werden. Jeder kennt die Google Maps Karte, nachdem man nach „Schreiner München“ gesucht hat. Auf diese Karte wollen wir! Ein gut gepflegtes, ausgefülltes und von Nutzern bewertetes Google Plus Profil bringt uns dort hin. Dazu gehören auch hochwertige (!) Fotos und sinnvolle Informationen wie Öffnungszeiten oder Ansprechpartner. Was bei der eigenen Webseite gilt, trifft auch für das Google Profil zu: regelmäßige neue Inhalte erstellen! Seiten die einmal erstellt und dann nicht mehr gepflegt werden, also keine neuen Inhalte bekommen, gelten als inaktiv. Zu den Nutzerbewertungen: Die beste Werbung die man sich vorstellen kann! Weiter unten gehe nochmal auf dieses Thema ein, nur eines vorweg: Kunden vertrauen anderen Kunden. Bekommt ein Unternehmen positive Bewertungen, wir dies weitere Kunden anziehen.

Sogenannte Regio-Portale sind absolut notwendig für eine regionale Suchmaschinenoptimierung. Google betrachtet diese Seiten als Autoritäten, ein Firmeneintrag sollte also nicht fehlen. Die bekanntesten sind MeineStadt.de, DasOertliche.de, die Gelben Seiten. Für bestimmte Branchen gibt es auch spezifische Portale, die ebenfalls abgegrast werden sollten. Besonders wenn die Konkurrenz groß ist, entscheiden die Anzahl der Einträge und die Qualität der Seiten, wer besser in den Suchergebnissen rankt!

Wichtig bei den Titel-Tags, dem Google Places und Google Plus Eintrag, sowie Einträge auf branchenspezifische oder regionalen Portalen, als auch bei der Gestaltung der Webseite für mobile Geräte: Einheitlichkeit! Ein kohärenter Auftritt über alle Seiten und Schnittstellen hinweg, hilft sowohl Google als auch den Kunden ein Unternehmen im Gedächtnis zu behalten.

Die meisten Nutzer entscheiden sich erst für ein Unternehmen, nachdem sie die Bewertungen anderer Kunden gelesen haben. Sowohl auf der Google Plus Seite, als auch auf Bewertungsportalen sollten Sie sich der Nutzermeinung stellen. Je nach Branche gibt es recht spezifische Portale, die wenn möglich alle abgegrast werden sollen. Bewertungen von Kunden zu bekommen, ist die beste Werbung die man bekommen kann! Für einen Nutzer der im Prozess einer Kaufentscheidung steht, wird die Meinungen anderer Kunden extrem wichtig sein. Genauso die Art und Weise, wie das Unternehmen auf Kritik oder Lob reagiert: Geht ein Unternehmen direkt in den Bewertungen auf die Meinung des Kunden ein, wirkt dies für andere Nutzer menschlich. Hat ein Nutzer mehrere Anbieter zur Auswahl, wird er im Zweifel dasjenige wählen, welches die besten Kundenbewertung hat und mit seinen Kunden in Kontakt tritt.

 

foto_frazettaAutor:
Marco Frazzetta ist CEO bei SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG. Seit mehreren Jahren ist er mit eigenen Internet-Unternehmen in den Bereichen SEM (SEO & SEA) tätig.

 

Bildnachweis: 2© VRD – Fotolia.com

 

 

5 Gedanken zu “SEO und die regionale Suche

  1. Sehr gut geschriebener Artikel. Besonders freut mich natürlich der Passus über die Regio Portale. Wir betreiben in Viersen ein Regio Portal, und nach vielen Gesprächen stellen wir fest, dass die Unternehmen überdrüssig sind sich mit Regio Portalen zu beschäftigen, weil sie der Meinung sind die Kosten stehen in keinem Nutzenverhältnis und sie fühlen sich zu agressiv beworben. Bei den Preisen für einen anständigen Gelbe Seiten Eintrag für ein Unternehmen kann ich dies sogar verstehen. Das macht es uns, als tatsächlich ausschließlich regionalem Anbieter natürlich nicht einfacher. Aber sehr gut geschriebener Artikel.

  2. Liebes Team Branchenbuch Lausitz,

    vielen Dank für die Rückmeldung! Freut mich das wir für das regionale Marketing ein paar Ideen beisteuern können!

    MfG
    Marco Frazzetta

  3. Pingback: Suchmaschinenoptimierung durch Regio-Portale

  4. Dieser Artikel ist wirklich sehr gut geschrieben. Er trifft genau die richtigen und wichtigen Punkte die regionales Onlinemarketing wichtig sind. Wir als Anbieter und Portalbetreiber für regionales Onlinemarketing finden es auch gut das hier auf die Wichtigkeit von Regio-Portalen eingegangen wird.

    MfG
    Team Branchenbuch Lausitz

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