Drucken

Warum BarCamps Konferenzen mit hohem Mehrwert sind

barcamp(Gastartikel) Programmplanung erst vor Ort? Das kann doch nicht funktionieren, oder?

Gerade für Neueinsteiger sind die ersten Minuten vor Ort bei einem BarCamp immer etwas irritierend. Denn hier ist vieles anders als bei herkömmlichen Konferenzen. So wird das Programm gemeinsam morgens von allen Teilnehmern geplant. Und es stellt sich auch jeder Teilnehmer kurz vor – mit Namen, seiner Firma oder Organisation und drei Schlagworten bzw. Themen. Diese Vorstellungsrunde entpuppt sich schnell als wichtiger Eisbrecher, denn anders als bei klassischen Konferenzen muss sich so jeder Teilnehmer mindestens einmal laut äußern.

Die meisten BarCamps haben 100-200 Teilnehmer. Und natürlich muss man sich bei der Vorstellungsrunde nicht alle Personen merken. Durch die Schlagworte (auch „Tags“ genannt) stösst man aber schnell auf die Teilnehmergruppe, die in der gleichen Branche oder mit den gleichen Themen unterwegs ist – erste gute Anknüpfungspunkte für einen Austausch auf Augenhöhe also. Denn bei BarCamps hat das Networking einen besonders hohen Stellenwert.

Der zweite große Unterschied zu regulären Konferenzen besteht in der gemeinsamen morgendlichen Planung des Programms, auch Sessionplanung genannt. Die einzelne Session ist dabei üblicherweise 45 Minuten lang, gefolgt von 15 Minuten Pause. Eine solche Session kann dabei aus einem Vortrag, einer Diskussion oder einem Workshop bestehen. Und auch eine konkrete Frage (z.B. „Kann mir jemand eine Einführung in Twitter geben?“) kann ein Ausgangspunkt für eine Session sein – der Fragesteller kann dann einfach die Diskussion moderieren. In jedem Fall wird jede angedachte bzw. gewünschte Session kurz vor dem Plenum vorgestellt und je nach Interesse in den Sessionplan integriert. So ist die optimale, tagesaktuelle Anpassung der Konferenzinhalte auf die Expertise und auch auf die Fragen aller Teilnehmer sichergestellt.

Das BarCamp-Format entstand 2005 in den USA als Gegenentwurf zu geschlossenen und inhaltlich durchgeplanten Konferenzformaten mit IT-Bezug – da BarCamps etwas anderen Regeln folgen, werden sie gerne auch als Unkonferenzen bezeichnet. BarCamps gab es ab 2006 auch in Deutschland und mit mehr als 60 BarCamps pro Jahr hat sich dieses Veranstaltungsformat mittlerweile einen festen Platz im deutschen Veranstaltungskalender erobert – neben „klassischen“ BarCamps, die in aller Regel völlig themenoffen sind, gibt es dabei immer mehr ThemenCamps, d.h. BarCamps mit einem konkreten Themenbezug (z.B. VideoCamp, MonitoringCamp, CommunityCamp).

Dabei gibt es viele gute Gründe, sich als Unternehmen bei einem BarCamp zu engagieren – sei es als Teilnehmer, als Sponsor oder als Gastgeber / Veranstalter für ein internes BarCamp. Mitarbeiter können hier in kurzer Zeit sehr viel lernen – und das zu sehr günstigen Preisen oder gar kostenlos (je nach BarCamp). Durch gute Vorträge kann man gut Kompetenz zeigen. Vernetzung ist nirgendwo einfacher möglich – mit Branchenexperten, potentiellen Kunden, aber auch Mitbewerbern. Natürlich kann man so auch besser identifizieren, welche Themen gerade besonders intensiv diskutiert werden. Und auch Recruiting kann kaum niedrigschwelliger realisiert werden. Darüber hinaus sollte man auch den Branding-Aspekt, eine stärkere regionale Präsenz und nicht zuletzt auch die Vertriebsschancen erwähnen. Denn auch wenn es bei BarCamps sehr wenig um direkte Werbung und Sales-Aktivitäten geht, sondern mehr um Lernen und Wissensaustausch, darf man natürlich trotzdem gerne miteinander ins Geschäft kommen.

Tipp zum Schluss: Einfach mal das Format ausprobieren und ein BarCamp besuchen – die Chance, dass in diesem Jahr auch mindestens 1-2 in Ihrer Nähe stattfinden, ist groß.

Save the date: Auch die IHK Mittlerer Niederrhein veranstaltet in Krefeld am
19. Mai 2014 für Sie ein eMarktingCamp.

stefan_evertzZum Autor:
Stefan Evertz ist Social Media Berater bei Cortex digital in Köln und berät und begleitet Unternehmen und Organisationen rund um die Themen Social Media Strategie, Community Management, Social Media Monitoring und Events / BarCamps. Über den Beratungsbereich hinaus ist Stefan Evertz in der deutschen BarCamp-Szene sehr aktiv und hat in den letzten sechs Jahren auch etwa 20 BarCamps organisiert oder als Berater begleitet.
Cortex digital im Web: http://cortexdigital.de
Stefan Evertz auf Twitter: http://twitter.com/hirnrinde

Fotonachweis: Bischof

4 Gedanken zu “Warum BarCamps Konferenzen mit hohem Mehrwert sind

  1. Pingback: Persönliche Nachlese zum Barcamp #embc14 IHK Onlinemarketing | IHK Onlinemarketing

  2. Pingback: eMarketingCamp: BarCamp rund um Online-Marketing IHK Onlinemarketing | IHK Onlinemarketing

  3. Pingback: Regionale Kundengewinnung per Internet IHK Onlinemarketing | IHK Onlinemarketing

  4. Pingback: Unterwegs in fremden Blogs | hirnrinde.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.