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Wandel im Stationären Handel? Ein Blick in die Zukunft

Internet Shopping 01Es ist längst kein Geheimnis: mehr: Der stationäre Handel befindet sich in einer Phase des Umbruchs und des Wandels. Durch die vermehrte Nutzung  mobiler Endgeräte geht der Trend zum E-Commerce.Der stationäre Handel muss aktiv werden und Strategien entwickeln, um weiterhin am Markt mitspielen zu können.

Trendforscher des Instituts „2b AHEAD ThinkTank“ haben eine neue Trendstudie zur Zukunft des stationären Handels veröffentlicht. Sie gibt einen Ausblick in die mögliche Entwicklung des stationären Handels. Wie wird sich der Markt bis 2020 entwickeln? Sie zeigt weltweite Pilotprojekte, die den Fortschritt und das Umdenken der Händler verdeutlicht. hier einige sehr interessante Beispiele:

1) QR-Code Shopping
Viele Unternehmen setzen sie schon ein: QR-Codes.
Doch es geht noch weiter: Chinas größter Online-Lebensmittelhändler Yilhaodian hat QR Code-Supermärkte eröffnet – in U-Bahn Stationen. Auf Werbeplakaten sind Lebensmittel mit einem QR Code abgebildet. Möchten die Kunden ein Lebensmittel einkaufen, scannen sie den QR-Code einfach mit einer speziellen App. Nach dem Bestellvorgang werden die Produkte innerhalb von 24 Stunden direkt nach Hause geliefert.

2) Mobile Shops
Ein japanisches Kleidergeschäft hat einen LKW umgebaut und einen mobilen Shop eingerichtet. Der LKW reist mit einer Auswahl seines Sortiments von Stadt zu Stadt. Die Tour wird durch Bloggerberichte und Live-Webcasts vermarktet.

Oft wird das Konzept der mobilen Shops auch im Zusammenhang mit QR-Shopping genutzt. Hier fahren z.B LKWs, Autos und Busse mit Außenwerbung (Qr-Codes) durch die Städte. Interessierte Kunden können den Code ganz einfach von unterwegs aus einscannen.

3) Virtuelle Geschäfte
Chinas größter Lebensmittelhändler hat in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Ogilvy & Mather unzählige virtuelle Shops eröffnet. Wie? Durch Augmented-Reality. Mit Hilfe einer App können die Kunden die Shops besuchen und die entsprechenden Objekte auswählen.
Vorteil des Konzepts: Die hohen Mietpreise entfallen. Auch die die Größe und Lagerfläche des Shops/Ladenlokals spielen hier keine Rolle.

4) Digitale Brille
Die Google Brille, die noch in diesem Jahr herauskommt, gilt als Vorreiter. Doch bereits jetzt arbeiten viele andere Firmen an der Entwicklung digitaler Brillen, so z. B. Espon, Samsung, Fraunhofer Institut uvm.
Die digitalen Brillen sollen ganz neuartige Shopping-Möglichkeiten bieten. Neben der Optimierung ortsbasierter Shooping-Anwendungen (Geofencing, QR-Code Shopping) oder das Einkaufen über Augmented Reality, sollen sie zukünftig auch über ein Objekt-Erkennungsprogramm verfügen. Beispiel: Sie entdecken bei einem Einkaufsbummel, an der Straßenbahnhaltestelle oder aber in Ihrem Fitnessclub eine Person, deren Schuhe, Tasche oder Hose Ihnen gefällt, dann scannen Sie die Person mit Ihrer digitalen Brille. Sie identifiziert automatisch an Hand des Designs die Marke und das Modell, sodass Sie Ihre Traumschuhe etc. direkt online bestellen können. 

5) Geofencing / Location Based Services
Interessierte Kunden können sich bei einem Gefencing Dienst anmelden. Sie erhalten, sobald sie sich in der Nähe eines Geschäfts aufhalten, das gerade Sonderangebote, Coupons etc. anbietet, diese Information auf ihr Handy geschickt. Oftmals sind die Angebote und Coupons zeitlich auf den selben Tag oder sogar auf einige Stunden beschränkt. Dies soll die Kunden animieren das Geschäft zu besuchen und Einkäufe zu tätigen. Ein neuer Ansatz bezieht neben dem lokalen Gesichtspunkt noch die Vorlieben der Personen mit ein. Beispiel: Eine junge Kundin bekommt Coupons für Parfüms und Cremes auf ihr Smartphone geschickt, sobald sie sich in der Nähe einer Parfümerie befindet.

6) Kombination Stationärer Handel – Online-Handel
Stationäre Händler beziehen vermehrt den Online-Handel in ihren Verkaufsstrategien mit ein. So hat beispielsweise Adidas eine interaktive Shooping Wand im Einsatz. Die Kunden können über Touchscreen in aktuellen Produktkatalogen stöbern. Sie können sich Modelle in 3D anzeigen lassen und individuell nach ihren Wünschen gestalten. Auch Produkte, die nicht in der Filiale vorhanden sind, jedoch in einer anderen beispielsweise, können direkt ausgewählt und „online“ bestellt werden.

Heutzutage sind viele Mitarbeiter in den Filialen mit iPads ausgestattet. So können sie für die Beratung der Kunden auch die Online-Informationen zur Hilfe ziehen (Preisvergleich/Produktverfügbarkeit in anderen Filialen etc.).

7) Mobile Payment
Viele Händler setzen vermehrt auf neue Bezahlmöglichkeiten. So sollen die zum Teil langen Wartezeiten an der Kasse vermieden werden.
In Apple Stores beispielsweise haben die Kundenberater ein iPad, über das die Kunden ihre Einkäufe direkt bezahlen können.

360° Barcode Scanner, die an Selbstbedienungskassen eingerichtet werden, ermöglichen eine automatische Erfassung der eingekauften Artikel. Der Kunde muss die Produkte nicht selbst einscannen. Durch die 360° Sensoren auf dem Förderband wird die Ware erkannt und eingescannt.

Viele Filialen ermöglichen auch die direkte Bezahlung über ihr Mobiltelefon. So hat z.B. Apple eine App (EasyPay) entwickelt, mit der der Kunde die Barcodes der Produkte selbst einscannen und direkt im Anschluss bezahlen kann. Voraussetzung für die Buchung: Der Kunde muss einen iTunes-Account besitzen. Ein ähnliches Bezahlsystem wird auch von PayPal angeboten.

Getestet werden gerade neueste Technologien, die eine Bezahlung via Gesichtserkennung ermöglichen. Dabei wird das Gesicht des Kunden „gescannt“. Erkennt das System den Kunden, werden die entsprechend hinterlegten Kontodaten aufgerufen. Der Bezahlvorgang kann somit nur durch einen Blick in die Kamera abgeschlossen werden.

8) Digitaler Spiegel
Digitale Spiegel, die mit Augmented Reality gekoppelt sind, ermöglichen ein Einkaufserlebnis der ganz besonderen Art. Lästiges Aus- und Anziehen der ausgewählten Kleidungsstücke ist hinfällig. Der Kunde kann aus einer digitalen Datenbank die Kleidungsstücke auswählen, die er gern „anprobieren“ möchte. Diese werden dann automatisch auf sein Spiegelbild projiziert.

Andere digitale Spiegel ermöglichen eine Auswahl der Farbe per Knopfdruck: Probiert der Kunde das Kleidungsstück vor dem Spiegel an, kann er per Knopfdruck die Farbe auswählen und ändern. Er muss hier also nicht extra alle Kleidungsstücke anziehen.

9) Indoor Navigation
Indoor Navigations Apps helfen Kunden dabei sich in Filialen zurechtzufinden.Bei der App „Aisle 411“ gibt der Kunde einfach seine Einkaufliste in die App ein. Er bekommt auf seinem Smartphone die „Route“ angezeigt, die ihn zu allen Produkten auf kürzestem Weg leitet.  Da die App zusätzlich eine Geofencing Funktion beinhaltet, können Händler den Kunden direkt auf Angebote ihres Produktes hinweisen.
Apple, Samsung und Google arbeiten derzeit an solchen Navigations-Lösungen.

10) Online einkaufen – Abholung vor Ort
„Drive-Through-Shopping“ – eine beliebte Methode in Frankreich:
Die Kunden kaufen Ihre Produkte online ein. Später können sie diese einfach beim Supermarkt abholen. Die Mitarbeiter bringen ihnen die Einkäufe (bereits in Tüten verpackt) zu ihrem Auto.

„Good-Box“ – eine Erfindung aus der Schweiz:
Über eine App („Good-Box-App“) können die Kunden ihre Produkte online auswählen und einkaufen. Die Waren werden ausgesucht, zusammengestellt und am gleichen Tag ausgeliefert. Doch die Waren werden nicht zum Kunden gebracht- nein, Sie werden in speziell vorgesehene Schließfächer in Bahnhofshallen deponiert. Der Kunde erhält nach der Zustellung den Code für das Schließfach auf sein Handy zugeschickt. So kann er seine Einkäufe nach Feierabend bequem selbst abholen.
Die Good Box gibt es nicht nur für Wareneinkäufe. Sie wird auch für Dienstleistungen genutzt, zum Beispiel für Hemdenreinigung, Schuhputzservice etc.

Diesen Service bietet in ähnlicher Form auch Amazon in US-Großstädten an. Hier hat der Online-Versandhändler in verschiedenen Supermarktfilialen Schließfächer aufgestellt. Bestellen der Kunden online, kann er sich die Ware in einer der Schließfächer liefern lassen. Beim nächsten Supermarkt Besuch kann er die Ware direkt mit abholen.

11) Kaufempfehlungen über Social Media
Die Karl-Lagerfield Boutique in Amsterdam hat es vorgemacht. Sie setzt beim Einkaufserlebnis auf den Einsatz digitaler Spiegel (s.o). Die Kunden können ihre Outfits mit Hilfe der digitalen Spiegel fotografieren und die Bilder direkt über Social Media auf Facebook,Twitter etc. veröffentlichen und mit ihren Freunden teilen. Der Kunde kann sich so in Echtzeit ein Feedback von seinen Freunden und Bekannten einholen. Gefällt das Outfit? Oder ist ein anderes schöner?

Eine ganz andere Art, über Social Media Kauftipps zu erhalten, hat die Marke C&A umgesetzt. Im Rahmen einer Kampagne hat C&A auf seiner Facebook Seite Fotos von Kleidungsstücken  eingestellt. Die Fans sollten dann die Kleidungsstücke liken, die sie am schönsten/ansprechendsten finden. Gleichzeitig wurden in den C&A Filialen die Kleidungsstücke ausgestellt und mit digitalen Displays an den Kleiderbügeln ausgestattet. Sobald auf Facebook ein Kleiderstück geliked wurde, erschien dies in der digitalen Anzeige auf dem Kleiderbügel. So wussten die Kunden in den Filialen direkt, welche Kleidungsstücke besonders gefragt sind und bei der Allgemeinheit gut ankommen.

 

Die Beispiele zeigen, dass sich auf dem Markt einiges tut. Welche Ideen und Erfindungen sich dabei durchsetzen werden und was auf der Strecke bleibt werden wir in den nächsten Jahren sicherlich erfahren. Es bleibt spannend.

 

Bildnachweis:© Nmedia – Fotolia.com

 

2 Gedanken zu “Wandel im Stationären Handel? Ein Blick in die Zukunft

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