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Wie der Mittelstand neue Kunden mit Online-Videos erreicht

students looking into devices at school(Gastartikel) Fernsehwerbung ist für viele Unternehmen unerschwinglich. Die hohen Kosten für die Schaltung von Spots liegt unter anderem in der hohen Werbewirksamkeit des bewegten Bildes.
Mit der wachsenden Nachfrage nach Internetvideos steht Unternehmen nun eine neue, kostengünstige Möglichkeit zur Verfügung, Bewegtbildinhalte mit großer Reichweite zu verbreiten. Dies bemerken zunehmend die Medienriesen, die mit hohem Einsatz versuchen, sich in den Boommarkt der Internetvideos einzukaufen. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist daher genau jetzt die beste Zeit, entweder günstig die neuen Angebote der Medienhäuser zu testen oder mit eigenen Formaten eine Nische für die eigene Unternehmenskommunikation zu suchen.

Sie glauben, Videos und Werbung auf Youtube und anderen Videoplattformen bringt nichts? Dem würden Disney oder Dreamworks wohl widersprechen. So hat Dreamworks unlängst rund 140 Millionen Euro für die Youtube-Kanäle von Awesomeness.tv hingeblättert. Disney wiederum ließ sich Maker Studios stolze 500 Millionen Euro kosten. Dazu kommen nochmals weitere 450 Millionen Euro Erfolgsprämie, wenn die Planziele von Maker erreicht werden.

Warum aber zahlt ein Medienriese wie Disney, mit zahlreichen eigenen attraktiven Lizenzen und international erfolgreichen Marken, so viel Geld? Damit die Expertise und Vertriebswege von Maker Studios künftig für Disney genutzt werden können, um eigene Inhalte im Netz zu streuen. Das verriet Disneys Strategie-Manager Kevin Mayer im Interview mit dem Wall Street Journal. Die Reichweite von Onlinevideos ist mittlerweile enorm. So liefern allein die 55.000 Kanäle von Maker Studios ihre Inhalte regelmäßig an über 380 Millionen Abonnenten und erzielen nach eigenen Angaben auf diese Weise rund 4,5 Milliarden Views pro Monat. Diese Popularität und ungeheure Reichweite durch den Verkauf von Werbeslots zu monetarisieren, soll dabei helfen, die gewaltigen Investitionen zu amortisieren.

Doch nicht nur für Disney & Co liegen die Chancen und Vorteile der Onlinekommunikation offensichtlich auf der Hand. Angesichts des rasanten Wachstums in der Verbreitung internetfähiger Fernseher und der daraus resultierenden zunehmenden Verschmelzung von klassischen und neuen Medien bieten Internetvideos exzellente Aussichten, schnell die eigene Reichweite noch zu vergrößern. Nicht nur die Zahl der Nutzer wird sich zukünftig weiter erhöhen, sondern auch die Bandbreite der angesprochenen Altersschichten und Themengebiete weiter vergrößern. Schon heute sind Rentner – von Experten auch gerne in Anspielung auf das graue Haar als Silver Surfer bezeichnet – eine im Netz stark vertretene Gruppe. Was zudem für einen nachhaltigen Umbruch der Mediennutzung spricht, ist die Tatsache, dass die an die Neuen Medien und mobilen Endgeräte gewöhnten Jugendlichen von heute die Mid-Ager von morgen sind. Dementsprechend ist zum Beispiel in der ARD & ZDF-Studie schon seit einigen Jahren zu beobachten, dass die Nutzung von Onlinevideos stetig zunimmt.

Von der hoch dynamischen Entwicklung profitieren nicht nur die Großen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen. War Bewegtbildkommunikation bisher vor allem die Domäne der großen Konzerne, die sich die oft astronomischen Werbekosten der Fernsehsender leisten konnten, bieten Digitaltechnologie und Internet einen vergleichsweise günstigen Weg, neue Zielgruppen zu erschließen.

Die Zahl der potenziell erreichbaren Kunden ist ausgesprochen groß. Die durchweg hohe Akzeptanz der Videos liegt in dem Umstand begründet, dass die Kanäle ein sehr breites Spektrum an Interessenssparten abdecken. Die Angebote erreichen in der Regel zwar jeweils nur eine bestimmte kleinere Zielgruppe. Im Gegenzug dazu kann diese aber sehr konkret und effektiv angesprochen werden. Anstatt mit dem berühmten Gießkannen-Prinzip alle Internetnutzer gleichermaßen anzusprechen, erreicht Bewegtbild also vor allem diejenigen, die sich bereits für die jeweiligen Produkte, Leistungen oder Formate interessieren. Grund hierfür ist, dass Kommunikation im Internet nach dem Pull-Prinzip funktioniert – Nutzer suchen aktiv nach den für sie potenziell interessanten Inhalten. Dies steht im Gegensatz zur Push-Kommunikation der klassischen Medien, die Rezipienten unabhängig von deren Bedürfnissen mit Werbung konfrontiert.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass durch die hohen Streuverluste klassische Medien – gemessen an ihrer Reichweite – spürbar weniger effizient sind als Neue Medien, wenn es um die Responsequote geht. Dies soll aber nicht bedeuten, dass beispielsweise Mailingaktionen oder Radiospots ihre Wirksamkeit eingebüßt hätten. Internetspots bieten vielmehr eine effiziente Möglichkeit, den Kundenkreis zu erweitern und Interessenten gezielt anzusprechen.

Insofern bieten die neuen Medien deshalb oft attraktive zusätzliche Nutzen. Es sind in erster Linie solche Angebote erfolgreich, die authentisch wirken und einen hohen Unterhaltungswert für die Zuschauer bieten. Diese langfristig an einen Kanal zu binden, gelingt durch die konstante Erweiterung des Videoangebots mit hochwertigen Inhalten. Für die eigentliche Kommunikation stehen Unternehmen zwei unterschiedliche Ansätze zur Verfügung: eigene nutzwertige Videoangebote oder das Schalten von Spots in zielgruppenaffinen Kanälen.

Die erste Strategie ist aufwändiger, dafür aber deutlich nachhaltiger und kann außerdem zur Kundenbindung verwendet werden. Informationsangebote rund um die Eigenschaften der angebotenen Produkte und deren Anwendung in der Praxis tragen dazu bei, den Kunden reale Mehrwerte zu bieten. So könnte beispielsweise ein Werkzeughersteller je nach eigener Zielgruppe Handwerkertipps für Laien oder Profis anbieten. Produkte und Marke lassen sich somit in der Erinnerung des Nutzers verankern. Und außerdem gibt der jeweilige Zuschauer durch die Nutzung des Kanals immer auch etwas über sich und seine Interessen preis. Das Wissen um den Kunden ist heutzutage ein sehr wertvolles Gut.

Die Schaltung von Onlinespots andererseits bedarf eines geringeren Einsatzes. Als zeitlich begrenzte Maßnahme lassen sich auf diese Weise besondere Angebote bekannt machen und vermarkten. Die Schaltung kann gezielt in Kanälen erfolgen, die sich mit dem angebotenen Produkt- oder Leistungstypen überschneiden oder dessen Zielgruppe sich mit derer des Unternehmens deckt. Zusätzlich können Kriterien wie die Beschränkung auf bestimmte Uhrzeiten für die Schaltung oder die lokale Eingrenzung der Angesprochenen anhand der IP-Adresse helfen, Kosten einzuschränken und gleichzeitig die Zahl wertvoller Kontakte zu verbessern. Beispielsweise ist einem Stuttgarter Restaurant nur wenig geholfen, wenn die Werbung in Berlin angesehen wird. Durch die automatisierte Auswertung der IP-Adresse der Nutzer können Werbedienstleister dafür sorgen, dass die Werbung ausschließlich im Großraum Stuttgart gezeigt wird. Und durch die tageszeitgenaue Ansteuerung der Clips können Mittagsangebote tatsächlich auch zur Mittagszeit beworben werden, wenn sie einen maximalen Effekt erzielen. Durch die intelligente Steuerung erfolgt die Verbreitung dann sehr kostengünstig.

Wichtig ist allerdings, dass man Inhalte und Werbeformate an die gewünschte Zielgruppe anpasst. Gerade wenn man junge Menschen erreichen will, ist das oft schwieriger, als man denkt. Viele Entscheider unterschätzen ihre Zielgruppe immer noch oder verstehen sie schlicht nicht. An dieser Stelle hilft ein erfahrener und professioneller Dienstleister im Bereich Video- und Medienproduktion, Konzepte zu entwickeln, die wirklich bei der gewünschte Zielgruppe ankommen. Zudem muss man seine Zielgruppe genau definieren und gegebenenfalls auch nicht davor zurückschrecken, spezifische Zielgruppensegmente gesondert anzusprechen.

Selbst für Unternehmen, die heute mit klassischen Werbestrategien erfolgreich sind, ist es lohnenswert, sich zeitnah mit den Spielregeln der neuen Medien vertraut zu machen, um auch Morgen noch gewinnbringend Werben zu können.

 

Autor: Gastbeitrag von Guido Breunung,Guido_Breunung_IHK
Geschäftsführender Gesellschafter, domstadt.tv GmbH, Köln

 

 

 

Bildnachweis: © Syda Productions – Fotolia.com.jpg

2 Gedanken zu “Wie der Mittelstand neue Kunden mit Online-Videos erreicht

  1. Hallo zusammen,

    das Entscheidende ist die Analyse der Gesammtkommunikation und die Wünsche an das was das Video bewirken soll vorab. Wichtig ist, dass die Videobotschaft ein Komplementär zur Gesamtbotschaft bildet. Nur dann kann diese auch emotional überzeugen (wenn gewünscht). Die Mischung macht es aus. In unseren Kundenprojekten ist häufig das video das emotoionale Argument, dazu müssen aber Sachinformationen korresspondieren.

    Die Schlagkraft hängt auch von der Treffsicherheit der Zielgruppe ab. Das genaue Targeting im Internet bietet viele Vorteile, bei fehlerhafter Umsetzung, geht die Botschaft aber auch schnell an der Zielgruppe vorbei. Also vorher gut beraten.

    Viele Grüße

    Guido Breunung
    http://www.domstadt.tv

  2. Hallo,

    meiner Meinung nach eignen sich Videos besonders gut um eine Marke oder Produkt mit Emotionen aufzuladen. Denn kein anderes Medium außer dem Bewegtbild hat die Möglichkeit diese so gut zu transportieren.

    Wir haben besonders mit Kunden die eher trockene Themen behandeln, hier sehr gute Erfahrungen gemacht…denn so lassen sich auch trockene Themen mit Videos sehr gut verpacken.

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