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Die Do-It-Yourself-Revolution im Videomarketing

vorschaubild-video(Gastartikel) Die Kameratechnik in den Smartphones ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Mittlerweile sind Auflösungen von über 20 Megapixeln keine Seltenheit mehr und Handys wie das Nokia Lumia 1020 bieten sogar Kameras mit 41,5 Megapixeln. Noch vor wenigen Jahren hatten nicht einmal professionelle Filmkameras solche Auflösungen. Zwar ist das nicht alles, wenn es um hochwertiges Filmmaterial geht, aber die Zahlen zeigen, dass Handycams heute durchaus in der Lage sind, bestechende Bilder zu liefern.

Damit das Anwendern auch gut gelingt, stehen verschiedene Apps zur Verfügung. Die derzeit bekanntesten sind wohl Twitter Video und Instagram Video. Diese liefern ihr Bildmaterial direkt an die sozialen Plattformen und bieten somit neben der komfortablen Aufnahmefunktion gleich auch noch eine riesige Bühne für die Filme.

Unterschieden werden muss dabei zwischen drei Arten von Apps: solchen, die Video aufnehmen und verbreiten, wie Instagram und Twitter Video sowie Vine, Schnitt- und Bearbeitungssoftware wie Replay und Live-Streaming-Software wie YouNow, Periscope und Meerkat.

Das Aufnehmen von Video ist eine Funktionalität, die fast jedes Handy bereits per vorinstallierter Software beherrscht. Die Möglichkeit, das Material schnell und effizient einer breiten Öffentlichkeit oder einer bestimmten, definierbaren Zielgruppe zugänglich zu machen, ist etwas, dass die oben genannten Apps auszeichnet und auch für die Unternehmenskommunikation interessante Potenziale bietet.

Kommunikation in den sozialen Medien funktioniert nämlich nur über die regelmäßige Bereitstellung interessanter Inhalte – interessant für den Zuschauer versteht sich. Die Regelmäßigkeit ist etwas, das vielen Unternehmen Schwierigkeiten bereitet, denn hochwertiges Videomaterial ist in der Regel nicht ganz billig. Die Möglichkeit, durch günstig, aber wertig produzierte Inhalte Konstanz zu schaffen, um eine Nutzerbasis aufzubauen, welche dann wiederum für professionellere Produktionen zusätzliche Aufmerksamkeit schafft, ist daher ein durchaus kluger Ansatz.

Damit dies gelingen kann, muss hinter der Gesamtkommunikation ein durchdachtes Konzept stehen. Schließlich will man auch mit den eigenproduzierten Inhalten eine einheitliche Bildsprache aufrechterhalten und das Unternehmensimage stärken – und dieses nicht beschädigen. Es ist daher sinnvoll, zur Planung eine erfahrene Bewegtbildagentur hinzuziehen, die Tipps für die Produktion und geeignete Apps gibt und auch hinsichtlich der besten Inhalte und deren angemessener Präsentation berät.

So muss man zum Beispiel wissen, dass während das mit der Handykamera erzeugte Bildmaterial aus vielerlei Gründen letztlich nicht an die Ästhetik einer professionellen Videoproduktion herankommt, es doch eine ganz eigene Anmutung bietet, die Authentizität und Unmittelbarkeit vermittelt.

Über eine App wie Replay kann dann sogar ein einfacher Schnitt und eine ansehnliche Nachbearbeitung des Videos direkt am Handy erfolgen. Die Software bietet, wenn man in die verschiedenen Upgrade-Funktionen investiert, eine erstaunliche Bandbreite an Möglichkeiten, wie man das eigene Videomaterial schnell und unkompliziert weiter veredeln kann. Im Endeffekt lassen sich so einfache Beiträge auf journalistischem Niveau realisieren und anschließend auf verschiedenen sozialen Kanälen – allen voran Facebook und Twitter – verbreiten.

Live und im direkten Kundenkontakt

Eine solche Weiterverarbeitung ist bei Live-Streaming-Apps wie beispielsweise Periscope der Meerkat natürlich weder gewollt, noch wirklich sinnvoll. Hier steht das Mit-Erleben im Vordergrund, also das Gefühl, direkt dabei zu sein. Dass das zieht, hat man gesehen, als ProSieben wegen der Bombendrohung gegen das Finale von „Germanys Next Topmodel“ die Live-Show abbrechen musste und im TV kein Bild gesendet wurde. Der anwesende Bild-Reporter Daniel Cremer hat die Evakuierung direkt per Periscope auf Twitter unter den Hashtags #twitter #GNTM gepostet und damit innerhalb kürzester Zeit eine gewaltige Zuschauerzahl generiert – und ganz nebenbei Periscope einen riesigen Nutzerzuwachs beschert.

Ermöglicht wird dieser Trend hin zu mehr Videokommunikation durch die immer schnellere Bandbreite im Mobilfunk. LTE-fähige Geräte verfügen heute schon mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde über schnellere Downloadmöglichkeiten als stationäre PCs – und die nächste Generation des Mobilfunks soll bereits 2020 flächendeckend verfügbar werden.

Jugendliche, die noch keine teuren Mobilfunkverträge haben, nutzen dafür verstärkt WLAN, um sich Bewegtbildinhalte anzusehen. Da dieses in immer mehr Cafés und an immer mehr öffentlichen Orten kostenlos genutzt werden kann, steigt die Bereitschaft, sich unterwegs Filme anzusehen, schnell an.

Die Live-Apps bieten Zuschauern in der Regel auch die Möglichkeit zu direktem Feedback – sei es über Kommentare oder, wie bei Periscope, zusätzlich über Likes (die bei Periscope Herzchen sind). Unternehmen haben damit einen einmaligen Zugang zu direktem Kundenfeedback und können unmittelbar mit der Zielgruppe interagieren. Die Wünsche und Befindlichkeiten der Kunden zu kennen, ist ein wertvoller Asset – sowohl für das Marketing als auch für die Produktentwicklung oder den Einkauf.

Was bringt das alles den Unternehmen?

Videos kommunizieren schnell, effektiv und vermitteln Emotion besser als jedes andere Medium. Ganz gleich, ob Sie neue Produkte oder Dienstleistungen präsentieren wollen, auf Angebote aufmerksam machen oder Kunden als After-Sale-Service eine Hilfestellung zur bestmöglichen Anwendung gekaufter Produkte bieten wollen – Video erledigt das binnen weniger Minuten oder gar Sekunden. Und weil das so schnell und einfach geht, wird es auch gerne genutzt.

Die Herausforderung ist es, Inhalte anzubieten, die potenziellen Kunden auch wirklich einen Nutzen bieten, und diese dementsprechend an die verschiedenen Kundensegmente anzupassen. Denn im Internet erreichen Sie Ihre Kunden am besten dort, wo sie sich aufgrund gemeinsamer Interessen treffen: in Foren, auf Facebookgruppen, unter passenden Hashtags oder in bestimmten Channeln.

Die schnelle, kurze und kostengünstige Eigenproduktion hat zudem den Vorteil, dass Sie schnell und flexibel auf Feedback reagieren und so Ihr Medienangebot Stück für Stück für die jeweilige Zielgruppe optimieren können.

Die Tools für die Auswertung stellen die sozialen Plattformen zur Verfügung. Wenn Sie dann ein professionell produziertes Video als Ergänzung anbieten wollen, wissen Sie schon, wo sie den Hebel ansetzen müssen, damit dieses in Ihrer Zielgruppe gut angenommen wird. Und so steigern Sie nachhaltig den Erfolg Ihrer Kommunikation.

 

Autor: Gastbeitrag von Guido Breunung,Guido_Breunung_IHK
Geschäftsführender Gesellschafter, domstadt.tv GmbH, Köln

Weitere Angaben zu Guido Breunung, domstadt tv GmbH:
Webseite: http://www.domstadt.tv
Videoblog: https://www.youtube.com/user/gaesteblog
XING: https://www.xing.com/profile/Guido_Breunung

 

Fachbuch: “Videos in der Unternehmenskommunikation – Ratgeber für KMU, Verbände und Institutionen”: http://www.domstadt.tv/fachbuch

 

Bildnachweis: Fotolia_77408013_S.jpg

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