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Do-it-yourself: Erklärvideo selbst erstellen

Gastartikel_doityourself(Gastartikel) Wissen Sie eigentlich, wie wichtig das Medium Video in der heutigen Informationsgesellschaft geworden ist?

 

YouTube ist mittlerweile die zweitgrößte Suchmaschine der Welt mit 72 Stunden Uploads pro Minute. Heutzutage lassen sich Nutzer Sachverhalte lieber mit einem Video erklären, weil jedes noch so komplexe Thema kurz und einfach vermittelt werden kann.

Ein Erklärvideo, entweder von einer Erklärvideo Agentur oder in Eigenregie erstellt, eignet sich als starkes Online Marketing Tool, um Nutzer positiv auf Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung einzustimmen. Darunter versteht man einen kurzen Videoclip, der dem Zuschauer die gewünschte Botschaft spielend einfach erklärt. Je nach Belieben kann der Clip entweder auf der eigenen Webseite oder auf den Social Media Kanälen eingebettet werden.

Im Folgenden lernen Sie, wie Sie mit wenig Zeit- und Kostenaufwand ein eigenes Erklärvideo erstellen können.

skript1. Schritt: Skripterstellung

Das Skript ist ein erster Entwurf, bei dem Ideen sinnvoll miteinander verknüpft werden, um das Grundgerüst des Erklärvideos zu erstellen.

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier zur Hand und entwerfen Sie eine Handlungsskizze für das geplante Video. Geschichten hört jeder gerne, deswegen betreiben Sie Storytelling!

Entwerfen Sie ein Persona für einen sympathischen Protagonisten, der zu Ihren Leistungen passt. Laut dramaturgischem Aufbau sieht ein typischer Spannungsbogen wie folgt aus: Das ist Hans – er wird mit einem Problem konfrontiert – Sie bieten ihm eine passende Lösung – Hans ist glücklich. Sprechen Sie Ihre potentiellen Kunden emotional an, um einen hohen Grad an Identifikation mit dem Charakter zu erreichen. Anschließend bringen Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale auf den Punkt, um klare Nutzenversprechen zu verdeutlichen.

storyboard2. Schritt: Storyboard

Das Storyboard ist die erste visuelle Umsetzung des Skriptes. Hierfür besorgen Sie sich am besten ein Whiteboard und einen Stift. Suchen Sie nun die Schlüsselszenen Ihres Skriptes heraus und skizzieren Sie diese als erste Bildentwürfe. Ergänzen Sie die Bilder mit dem gewünschten Sprechertext, um die Verknüpfung der einzelnen Szenen herzustellen. Mit dem vorliegenden Handlungsstrang sollte nun jeder Außenstehende wissen, um was es geht. Wenn Sie sich nicht zutrauen, per Hand ein Bild zu zeichnen, können Sie natürlich auch ein Rastergrafik-Programm für erste Entwürfe nutzen und diese dann beispielsweise in einem PDF-Dokument sammeln. Für Fortgeschrittene eignet sich Photoshop gut, Anfänger können auf die kostenlose Alternative “Gimp” zurückgreifen.

sprecher3. Schritt: Voice-Over

Das Voice-Over bezeichnet die auditive Umsetzung Ihres Sprechertextes. Ohne ein perfektes Zusammenspiel aus auditivem und visuellem Kanal wirkt das Gesamtpaket nicht rund. Suchen Sie hierfür eine passende Sprecherstimme, die aus Ihrem Storyboard eine Hörgeschichte macht und klar mit Ihrem Unternehmen in Verbindung gebracht werden kann. Je nach Budget müssen Sie sich zwischen einem professionellen Sprecher und der eigenen Vertonung entscheiden. Im ersten Fall helfen Ihnen Suchmaschinen weiter (z.B. Freelancer-Portale), im zweiten sind Sie selbst gefragt. Für die Eigenproduktion benötigen Sie ein Kondensatormikrofon und eine Audiosoftware. Da lediglich die Stimme aufgenommen wird, können Sie auf kostenlose Alternativen wie beispielsweise “Audacity” zurückgreifen. Wenn Sie jedoch merken, dass die Stimme unpassend ist oder unprofessionell klingt, wenden Sie sich lieber an einen Profi. Denn schon eine unangenehme Stimmfarbe kann einen negativen Eindruck beim Hörer hinterlassen. Folgen Sie erst dem nächsten Schritt, wenn Sie mit dem Storyboard und der fertigen Tonspur zufrieden sind – denn rückwirkende Nachbearbeitungen kosten Zeit.

animation4. Schritt: Animation / Verfilmung

Die Animation bzw. Verfilmung meint die Umsetzung von Szenen- zu Bewegtbildern. Es gibt verschiedene Erklärvideo-Stile, die man in Auftrag geben kann. Für Sie als eigener Kreationist eignen sich besonders simple Varianten. Entweder Sie greifen auf Online Tools zurück, die für die Animation zuständig sind oder Sie beweisen Ihr Können bei der eigenen Verfilmung. Gute Online Tools sind beispielsweise GoAnimate und VideoScribe. GoAnimate hat eine einfache Bedienung und eine große Auswahl an Baukästen, die Ihnen dabei helfen, Ihr Storyboard in Bewegung zu bringen. Die Benutzeroberfläche ist eine Mehrspur-Übersicht mit eingeblendeter Zeitleiste – wie bei jeder gängigen Videosoftware. Hier können Sie Objekte und Szenen einfach per Drag and Drop ins Arrangement ziehen und an der Zeitleiste die Bewegung ausrichten. Wie auch bei VideoScribe ist die kostenlose Nutzung auf einen Test-Trial beschränkt und Sie müssen selbst entscheiden, wie viel Sie in ein Online Tool investieren möchten. Auf Dauer sind die Pakete nicht billig und der Mehrwert gegenüber einer professionellen Produktion ist selbstverständlich geringer.

Alternative: Wenn Sie die Erstellung komplett selbstständig durchführen möchten, gibt es ebenfalls eine Möglichkeit: Das Legetrick-Video. Hierfür benötigen Sie eine weiße Tischoberfläche und klemmen eine Kamera mit einem Stativ vertikal nach unten, sodass der Betrachter sieht, was auf dem Tisch vorgeht. Zeichnen Sie Ihre Szenenbilder auf stabiles Papier und schneiden Sie die einzelnen Teile wie den Charakter und die Objekte aus. Wenn Sie das Storyboard schon am Computer “gezeichnet” haben, müssen Sie die Bilder lediglich ausdrucken. Nun können Sie die Videoaufnahme starten, die Sprecherspur abspielen und passend dazu die Szenenbilder mit Ihren Händen in Bewegung bringen. Achten Sie außerdem auf eine gute Ausleuchtung. Laden Sie nach gelungener Aufnahme alle vorhandenen Elemente in eine Videosoftware. Wenn Sie ein geringes Budget besitzen, gibt es im Internet kostenlose Testversionen oder Sie nutzen das Windows-Standardprogramm MovieMaker. Hier ist nun das Wichtigste, dass die Tonspur stimmig mit dem Video ist.

musik5. Schritt: Hintergrundmusik

Im nächsten Schritt geht es nun um das Ausschmücken mit Hintergrundmusik und Soundeffekten. Entweder Sie nutzen die integrierten Möglichkeiten Ihrer Videosoftware, greifen auf die Online Tools zurück oder Sie beziehen externe Audiodateien aus Soundpools. Im ersten Fall können Sie erst einmal probieren, ob Sie etwas passendes finden. Bei vorhandener Videosoftware gibt es zusätzlich von extern die MAGIX Soundpools, die für wenig Geld in jedem Elektrofachgeschäft erworben werden können.

fertig6. Schritt: Das fertige Video

Wenn alle Komponenten eingebracht und Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, zeigen Sie Ihr Video einem kleinen Bekanntenkreis und lassen Sie sich Feedback geben.

 

Fazit:

Es bedarf nicht immer kosten- und zeitintensiven Verfahren, um ein wirksames Erklärvideo zu produzieren. Die einzige Investition ist Kreativität und optional die Hilfe von Online Tools – für den Rest gibt es kostenlose Alternativen. Wenn Ihr Video gut ankommt, haben Sie großes Potential, dem aktuellen Videotrend zu folgen und Video Marketing erfolgreich für sich zu nutzen. Ferner können Sie sich überlegen, ob Sie ein weiteres, professionelles Erklärvideo bei einer Videoagentur in Auftrag geben wollen – wenn Sie den Video Marketing Kanal für sich entdeckt haben.

Zum Autor:
Profil_BorkJannik Bork ist Online Marketing Experte im Team Videoboost. Das Unternehmen mit Sitz in Darmstadt (Hessen) hat sich auf die Produktion von Erklärvideos spezialisiert und hilft Kunden dabei, Botschaften einfach, verständlich und anschaulich auf den Punkt zu bringen.

Internetseite: http://www.videoboost.de/
Facebook: https://www.facebook.com/VideoboostDE

 

Bildnachweis:
Die Bilder sind von der Firma Videoboost von Depositphotos erworben und laufen unter der Royalty-free Lizenz.

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