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Geolocation, der Kunde steht mit seinem Smartphone vor der Tür

girl-958246_1920(Gastartikel) Unsere Smartphones und Tablets wissen durch GPS und Geolocation ständig wo sich der Nutzer aufhält. Diese Standortdaten stehen dem Nutzer und einer Vielzahl von Apps zur Verfügung, sofern diese freigeben werden. Die Apps und Dienste werden Location Based Services genannt, also standortbasierte Dienste.

Und der meist genutzte Dienst ist dabei sogar ein Paradebeispiel für die Möglichkeiten und Risiken für den lokalen Handel. Ich rede hierbei von Google Maps und anderen Kartendiensten. Sobald wir etwas suchen, dann ist der installierte Kartendienst oder alternativ eine App wie Yelp oder Foursquare immer in der Tasche. Lust auf eine Pizza? Wo ist die nächste Pizzeria? Wie sind die Bewertungen? Die Antwort ist nur einen Fingertipp entfernt. Und wenn dem Kunden etwas nicht zusagt, dann ist die Alternative auch nur einen Wisch auf dem Display entfernt. Und da liegt die Krux. Die lokale Gastronomie und der lokale Handel müssen präsent sein auf den relevanten Plattformen. Wen ich bei Google Maps nicht finde, der existiert für mich nicht. Das klingt etwas hart, ist aber die Realität.

Aber genauso schlimm ist es präsent zu sein, aber keine aktualisierten Daten zu haben. Beispielsweise Öffnungszeiten. Wenn eine Kunde einen Einzelhändler findet, sich auf den Weg macht und dann trotz angeblicher Öffnungszeiten vor verschlossener Tür steht, dann ist dieser Kunde verloren. Und die negative Erfahrung wird er kundtun. Sei es in seinem lokalen Netzwerk oder auf einer Bewertungsplattform.

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Und genau so etwas muss nicht passieren. Es braucht nur wenig Einsatz und Struktur. Und natürlich Wille. Daher hier einmal meine Top 5 für eine ordentliche Präsenz auf den Location Based Services.

  1. Ihr lokales Unternehmen sollte auf Google, Apple und Bing in den Kartendiensten zu finden sein. Zusätzlich ist auch Facebook mit seinem Dienst Places sehr aktiv, gucken Sie sich dieses auch auf jedem Fall an.
  2. Danach kommen Yelp und Foursquare, sowie die Branchenspezifischen Platzhirsche. Beispielsweise ist für Tourismus und Gastronomie TripAdvisor ein Muss.
  3. Sorgen Sie für konsistente Daten auf allen diesen Plattformen. Gleiche Öffnungszeiten, gleiche Logos und ähnliche Beschreibungen. Der Kunde checkt gerne einmal doppelt und sollte die gleichen Informationen bekommen.
  4. Planen Sie intern jede Änderung (z.B. neue Öffnungszeiten) auf all diesen Plattformen zur gleichen Zeit aktualisiert werden. Machen Sie sich dafür eine Checkliste.
  5. Versuchen Sie regelmäßig zu gucken, ob es Bewertungen und Kommentare auf den Plattformen gibt. Das ist durchaus herausfordernd, bietet aber auch eine Chance. Viele Unternehmen vernachlässigen dieses, daher kann eine schnelle Reaktion den Kunden hier richtig begeistern. Im Regelfall erwartet er oft gar keine, noch weniger eine zeitnahe Reaktion. Richten Sie dafür (wenn möglich) eine entsprechend Benachrichtigung auf den verschiedenen Plattformen ein und versuchen Sie zumindest täglich zu reagieren.

Im Prinzip sind alle meine Punkte einfach umzusetzen. Nur leider machen es viele Unternehmen nicht. Und gerade hier sind viele Möglichkeiten. Die gelben Seiten nutzt kaum noch einer daheim, das Internet findet zum größten Teil mobil statt. Je jünger die Kunden, desto mehr wachsen diese mit den Diensten auf dem Smartphones/Tablets auf. Und genau an dieser Schwelle kann angesetzt werden und die Geodaten können zum Vorteil genutzt werden. Der Kunde steht wirklich vor der Tür, er sitzt nicht zu Hause.

Übrigens, am 14. November findet in Dortmund das GeolocationCamp statt. Dabei handelt es sich um ein Barcamp rund um Standortdaten und was man damit anstellen kann. Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Tourismus sind dabei zwar als Hauptbereiche genannt, aber natürlich ist ein Barcamp ein offenes Format und adressiert alles was die Teilnehmer interessiert.

Zum Autor:

Achim Hepp, Digitalexperte und SpeakerAchim Hepp ist seit 1986 online und gründete zur Jahrtausendwende seine ersten Unternehmen im Bereich Onlinemarketing. Nach einem erfolgreichen Jahrzehnt in der Softwarelokalisierung entschied er sich 2010 wieder selbstständig zu sein und gründete in Dortmund die malihina medien, eine Agentur für digitale Kommunikation. Seit 2015 ist er Chief Digital Officer beim Kölner Startup Erste Digital und hält als Digitalexperte und Speaker Vorträge zu seinen Fachgebieten Insurtech, Location Based Services, Wearables und Internet of Things bzw. Smarthome.

Internetseite: achimhepp.de
Facebook: facebook.com/achimhepp.de
Twitter: twitter.com/achimh

Alle verwendeten Fotos sind gemeinfrei nach Creative Commons CC0 von Pixabay.

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