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Internet of Things ist, wenn sich das Auto mit der Kaffeemaschine austauscht

(Gastartikel) Das Internet of Things (IOT) war schon 2015 ein Trend und wird uns sicher noch viele Jahre beschäftigen. Doch ein erster Durchbruch im Alltag ist bereits für 2016 zu erwarten. Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres war das Internet der Dinge das bestimmende Thema auf der Computermesse CES 2016 in Las Vegas. Der Automobilbauer BMW präsentierte dort beispielsweise ein i3-Modell, das mit dem intelligenten Haus interagiert und über die Cloud Daten austauschen kann.

Die überträgt es dann etwa auf einen Spiegel in der Küche. Statt nur das eigene Konterfei zu zeigen, sind darauf auch aktuelle Wetterdaten, anstehende Veranstaltungen und Termine oder der Ladezustand des BMW-Elektromobils zu sehen. Das kennt auch den täglichen Arbeitsweg seines Besitzers und überwacht in Echtzeit laufend die Verkehrsinformationen auf den entsprechenden Straßen, zeigt Staus und empfohlene Abfahrtszeiten auf dem Smartphone oder der Smartwatch des Fahrers an.

Ist dieser vielleicht etwas spät dran, gibt er seinem i3 den Auftrag, von selbst aus der Garage auszuparken und vor das Haus zu fahren. Und hat er noch einige Minuten Zeit, kann morgens zum Beispiel das Aktivieren der Kaffeemaschine per Smartphone automatisch als Signal gewertet werden, den Wagen vorzuklimatisieren, was vor allem im Hochsommer oder im eiskalten Winter Sinn macht.

Andersrum geht das natürlich auch: Aus dem Auto heraus kann der Fahrer die Heizung im Haus einstellen, Rollläden schließen oder sich vergewissern, dass wirklich alle Herdplatten aus sind. Möchte er nach dem Heimweg ohne Umwege ins Haus gelangen, parkt der i3 auf Wunsch automatisch in die Garage ein, begibt sich an die Steckdose und startet den Ladevorgang.

Noch ist die in Las Vegas vorgestellte Technologie eine Konzeptstudie und längst noch nicht ausgereift. Aber wenn erst einmal das Auto, die Kaffeemaschine oder die Hausbeleuchtung mit dem Internet verbunden sind, gibt es vielfältige neue Ansätze für das Digital Marketing. Im Jahr 2020 sollen laut Prognosen weltweit mehr als 26 Milliarden vernetzte Dinge unseren Alltag beherrschen und ohne den Umweg über ein von Menschen bedientes Endgerät – z.B. Smartphone, Tablet oder PC – eigenständig miteinander kommunizieren.

Fitness-Armbänder und Smartwatches übermitteln dann automatisch Gesundheitsdaten. Der Kühlschrank bestellt selbstständig die fehlende Milch nach. Und das vernetzte Auto macht bei entsprechendem Kilometerstand alleine einen Wartungstermin in der Werkstatt aus. Da die Verbraucher dadurch in ständigem Kontakt mit Marken sind und sie in einem natürlichen Umfeld nutzen, erhalten die Brands bei einer guten Umsetzung eine enorme Aufwertung. Denn mit den massenhaft gewonnenen Nutzerdaten ist ein besseres Verständnis vom Kunden möglich und der Service lässt sich permanent optimieren.

Auch für das vorausschauende Marketing gibt es ungeahnte Chancen: Durch den extrem hohen Grad an Personalisierung lässt sich genau analysieren und ableiten, was der Kunde als nächstes höchstwahrscheinlich brauchen wird, bevor er es selber weiß. Wenn ausschließlich Werbung für Produkte ausgespielt wird, die wegen des absehbaren Bedarfs einen wirklichen Nutzen haben, hat das für den Verbraucher einen hohen Mehrwert. Aber es entstehen auch völlig neue Herausforderungen für das Marketing: Wie legt etwa der Kühlschrank fest, wo er die fehlende Milch bestellen soll? Nutzt er neuartige Spezial-Preissuchmaschinen, um den günstigsten Lebensmittel-Onlinehändler zu finden? Oder ordert er einfach bei Amazon?

Welche Rolle spielen Portale, um die vernetzten Geräte ohne eigenes Display zu steuern? Hinter den Kulissen tobt bereits der Krieg um diesen neuen permanenten Kundenzugang und Apple, Google, Amazon, Facebook & Co. bringen sich in Stellung, um daraus als Sieger hervorzugehen. Das Internet of Things hat das Potenzial, klassische Business-Modelle zu zerstören und Märkte komplett zu verändern. Was dies konkret für das Marketing bedeutet, wird sich in den nächsten Monaten herauskristallisieren. Auch in dieser Hinsicht ist 2016 ein spannendes Jahr.

Zur Autorin:
Meike-HoenemannMeike Hoenemann (34) ist seit 2013 Geschäftsführerin der metapeople GmbH in den Bereichen Business Development, Legal Affairs, Social Media, SEM und SEO. Bereits 2006 begann ihre Karriere bei der Agentur. Zunächst im Key Account Management, übernahm die ausgebildete Werbekauffrau später die Leitung des Business Development und des Bereichs Legal Affairs. Nach einem Studium der Wirtschafts- und Kulturwissenschaften in Deutschland und Finnland hat sie in verschiedenen Agenturen Erfahrungen gesammelt. Ebenso war sie fünf Jahre lang als Dozentin an der WAK in Köln tätig.

Zu metapeople:
Als „Digital Performance Architects“ steht die Agentur für das wirkungsvolle Zusammenspiel der verschiedenen Online-Marketing-Kanäle Affiliate Marketing, Search Engine Advertising, Suchmaschinenoptimierung, Social Media und Display Media. Die Disziplinen Real Time Bidding, Customer Relationship Management, Tracking, Data & Analytics sowie Consulting runden das umfangreiche Portfolio aus einer Hand ab.

Internetseite: http://www.metapeople.com
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