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Suchmaschinenoptimierung: Warum Schubladendenken erwünscht ist

SEO, OnlinemarketingSuchmaschinenoptimierung ist ein Begriff, der nicht zu eng gesehen werden darf.
Wir optimieren nicht für Suchmaschinen – wir optimieren für die Webseitenbesucher und Nutzer.

Suchmaschinen, insbesondere Google mit mehr als 90% Marktanteil sind lediglich Mittler zwischen uns und dem Besucher der Webseite. Google ist bestrebt, genau die Suchergebnisse an vorderster Position bereit zu stellen, die am besten zur Suchanfrage des Nutzers passen.

Dazu schickt Google seine Crawler über die indexierten Webseiten, um die entsprechenden Informationen auszulesen. Eine wichtige Orientierungshilfe für die Google-Crawler sind Relevanzsignale und Verlinkungen. Sind die Inhalte gut geordnet und logisch strukturiert, ist es für den Google-Crawler einfacher die Informationen einzusammeln und zu analysieren. Google erkennt dann leichter, wofür die Webseite steht.

Sind Informationen, die zusammengehören über die gesamte Webseite verstreut, ist die Maschine nicht in der Lage, zu erkennen, ob Ihre Webseite geeignet ist, eine beste Antwort auf die Suchanfrage des Nutzers zu liefern. Genauso schwer finden sich Nutzer zurecht, wenn die Information nicht logisch gebündelt und schnell erkennbar ist.

Wie Nutzer Informationen verarbeiten

Die Flut an Informationen, die täglich auf Menschen einströmen führt dazu, dass eine permanente Ablenkung entsteht und die Aufmerksamkeitsspanne sinkt. Nutzer konsumieren online Inhalte oft nach einem bestimmten Muster:

überfliegen > scannen > lesen > handeln

  1. Der Blick streift über die Inhalte, um das allgemeine Bild zu erfassen.
  2. Der Blick scannt die Inhalte, um genauer zu erkennen, worum es geht.
  3. Inhalte werden gelesen, um Detailinformationen zu erhalten.
  4. Der Nutzer handelt.

Noch bevor der Nutzer sein Ziel erreicht und eine Conversion erzeugt, besteht die Gefahr, dass er aussteigt und die Webseite verlässt. Einer der Gründe kann eine unübersichtliche Webseite sein, auf der der Nutzer nicht findet, was er sucht.

Logik in der Seitenstruktur

Der Aufbau einer logischen Seitenstruktur ist ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung. Dabei werden Themenschwerpunkte definiert. Themen mit qualitativ hochwertigen Inhalten, welche detailliert ausgeführt sind, erzeugen mehr Relevanz zu entsprechenden Suchintensionen. Dies hat zur Folge, dass das Ranking positiv beeinflusst wird, die Sichtbarkeit erhöht und mehr Besucher auf die Webseite kommen.

Um Themen gelungen zu gliedern, hilft Ihnen das Schubladendenken. Im SEO wird vom Siloing oder von einer Container-Struktur gesprochen. Die „Schublade“ ist eine in sich geschlossene Themenwelt mit Haupt- und Unternavigation. Eine Verlinkung erfolgt innerhalb der „Schublade“. Somit hat Google eine Orientierung und ein Signal, dass eine hohe Relevanz zum entsprechenden Thema besteht.

Wird zwischen den Haupt- und Unterthemen der einzelnen „Schubladen“ hin und her gesprungen, verliert nicht nur der Webseitenbesucher die Orientierung, sondern auch der Google-Crawler, der versucht, den Webseiteninhalt und seine Relevanz zu verstehen.

Existieren interne Verlinkungen aus einer Themenwelt heraus auf eine andere Themenwelt, kann dies ein Indiz für eine nicht optimal angelegte Seitenstruktur sein. Eine Verbindung, die entstanden ist, weil beide verlinkten Themen inhaltlich zusammenpassen, sollte zum Anlass genommen werden, die Seitenstruktur nochmals zu überprüfen.

Bündeln Sie alle Inhalte zu einem Thema in einer „Schublade“. Damit zeigen Sie eine hohe Kompetenz und überzeugen mit Glaubwürdigkeit zu genau diesem Thema. Google ist bestrebt, die Suchergebnisse, mit der höchsten Relevanz zur Suchintension bestens positioniert auszuliefern. Damit sollte die Kraft eines Hauptthemas nicht gestreut, sondern zusammengefasst werden.

In Fällen, in denen die Verlinkung in eine andere „Schublade“ dem Kunden Vorteile bringt, behalten Sie diese Verlinkung natürlich bei. Erinnern Sie sich? Sie optimieren für den Nutzer und nicht für die Suchmaschine.

Ein Beispiel: Ein Feinkostladen verkauft neben Käse auch Wein. Empfiehlt der Feinkosthändler zum Käse den passenden Wein, verlinkt er zwar in einen anderen Themenbereich, aber die Weinempfehlung bringt dem Kunden einen Mehrwert.

Themen und Keywords finden

Die richtigen Keywords zu finden und auf deren Grundlage die Themenstruktur zu erstellen, setzt eine gründliche Keywordanalyse voraus.

Suchbegriffe können einzelne Suchwörter (Short-Tail-Keywords) oder Suchphrasen (Long-Tail-Keywords) sein. Bei der Festlegung der Suchbegriffe, unter denen Sie gefunden werden möchten, wechseln Sie am besten die Perspektive und nehmen die Position des Kunden ein.

  • Wonach sucht der Kunde?
  • Sucht er nach einem Produkt oder sucht er nach einer Lösung?
  • Ist Ihr Produkt Schlüssel zu einer Problemlösung?

Bevor Sie Keyword-Tools einsetzen, sprechen Sie mit Menschen. Befragen Sie Ihre Zielgruppe. Kommunizieren Sie mit den Mitarbeitern der Abteilungen, die direkt mit den Kunden in Kontakt stehen. Das kann der Vertrieb oder Kundenservice sein. Erfahren Sie aus erster Hand, welche Themen Ihre Kunden interessieren und nach welchen Begriffen diese suchen würden, um Sie zu finden.

Mit einem Keyword-Tool überprüfen Sie die Häufigkeit der Suchanfragen und checken, wie stark der Wettbewerb für das entsprechende Suchwort ist. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn manche Suchwörter sind hart umkämpft. Es kann sich lohnen, auf andere Begriffe auszuweichen.

Beachten Sie auch die Suchwortgruppen, die weniger nachgefragt werden, aber genau Ihrem Thema entsprechen. Wenn Sie die passende Antwort auf eine spezifische Suchanfrage liefern, dann hat Ihre Webseite gute Chancen auf vorderen Plätzen angezeigt zu werden.

Die sorgfältig recherchierten und ausgewählten Suchbegriffe werden gruppiert und in Hauptthemen mit jeweiligen Unterthemen strukturiert.
Um die Themenstruktur zu visualisieren, verwenden Sie ein Mind Mapping -Tool oder einfach eine Excel-Tabelle.

SEO, Onlinemarketing

Grafik 1: Siloing beim SEO

Nur hochwertige Inhalte überzeugen

Die Erstellung einzigartiger und hochwertiger Inhalte ist ein Grundpfeiler der erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung. Fokussieren Sie sich dabei nicht ausschließlich auf das jeweilige Suchwort. Verwenden Sie ebenfalls Begriffe, die im Kontext zum Suchwort stehen.

Je kompetenter Sie ein Thema ausführen, desto größer wird die Chance, als Experte auf diesem Gebiet wahrgenommen zu werden. Richten Sie den Focus auf die Lösungen und den Mehrwert, den Ihr Produkt oder Ihr Angebot liefert.

Inhalte auf einer Webseite sind nicht nur Texte. Auch Bilder, Grafiken, mediale Inhalte, wie Podcast oder Video oder kleine Tools, wie Berechnungstools gehören dazu, um Ihre Kunden zu begeistern.

Bei der Erstellung von Textinhalten achten Sie darauf, dass der Text gut lesbar ist. Auch der Text bedarf einer logischen Struktur. Arbeiten Sie mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen. Stellen Sie geeignete Inhalte grafisch dar. Eine Zusammenfassung am Ende des Textes gibt dem Besucher die wichtigsten Punkte mit auf den Weg.

Vermeiden Sie Keyword-Kannibalismus

Keyword – Kannibalismus entsteht, wenn Themenbereiche nicht sauber getrennt sind. Hierbei werden mehrere Seiten, unter jeweils einer anderen URL auf ein gleiches Suchwort bewusst oder unbewusst optimiert. Dadurch haben alle URLs eine schlechtere Performance in Bezug auf dieses eine Suchwort.

Google zeigt Seiten mit einer schlechten Per¬formance und einem schwachen Inhalt im hinteren Bereich seiner Suchergebnisliste an. In der Suchmaschinenoptimierung zählen aber nur Spitzenpositionen. Niemanden ist mit Mittelmaß geholfen. Deshalb sollte die gesamte Signalkraft eines Suchbegriffes unter einer URL gebündelt werden. Im Idealfall verwenden Sie den Suchbegriff zusätzlich in der Domain – im Permalink. Es entsteht eine „sprechende URL“, die eine zusätzliche Orientierung beim Besuch der Webseite gibt.

Fazit:

Denken Sie aus Sicht Ihrer Kunden. Strukturieren Sie Ihre Inhalte.
Nicht nur Ihren Kunden wird es leichter gelingen, sich auf Ihrer Webseite zu orientieren. Auch die Google-Crawler orientieren sich leichter an Themenstrukturen und Verlinkungen. Jeder Besucher, ob Mensch oder Maschine soll verstehen, worum es primär auf Ihrer Webseite geht. Das geht am besten, wenn Sie in Schubladen denken und eine logische Informationsstruktur Ihrer Webseite erstellen.

 

Simone Sarodnick ist SEO Consultant und Inhaberin der SEO Agentur ALSA-X aus Nettetal am Niederrhein.
Die studierte Wirtschaftkybernetikerin erarbeitet für Unternehmen individuelle Strategien der Suchmaschinenoptimierung mit dem Ziel, die Sichtbarkeit von Webseiten zu erhöhen.

 

 

 

 

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