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Content-Monitoring und Gegenmaßnahmen bei schlechten Werten

(Gastbeitrag) Nach wie vor gilt: Content is King! Suchmaschinen bewerten die Qualität und Relevanz einer Website unter anderem anhand des Contents. Deshalb ist er zusätzlich ein Kriterium für das Ranking einer Seite in den Suchmaschinenergebnissen. Aber: Der Content muss vor allem den Nutzer überzeugen nicht die Suchmaschine. Deshalb sollten Sie diesen strategisch mit Blick auf den Nutzer planen. Zu einer Content-Strategie gehört auch die Erfolgskontrolle. Wie Sie ein Content-Monitoring aufsetzen und welche Metriken dabei relevant sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Legen Sie zunächst Ihre Content-Strategie fest

Zu Beginn der Entwicklung einer Content-Strategie steht die Zielsetzung, also was Sie mit Ihrem Content erreichen wollen. Ziele könnten beispielsweise sein:

  • Steigerung der Bekanntheit Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke
  • Überzeugen des Nutzers von Ihrem Shop-Angebot
  • Etablieren als Experte zu einem bestimmten Thema

Haben Sie sich mehrere Ziele ausgesucht, ordnen Sie diese nach Prioritäten. Danach folgen verschiedene Schritte: die Definition der Zielgruppe, die Keyword-Recherche, die Erstellung und Verbreitung des hochwertigen Contents. 


Messen Sie Ihren Content-Erfolg

Ein essentieller Punkt einer Content-Strategie ist die Erfolgsmessung. Das sogenannte Monitoring dient dazu, die Performance des veröffentlichten Contents abzuprüfen. Hierbei helfen Ihnen beispielsweise folgende Tools (das sind nur Beispiele und erhebt keinen Anspruch auf Empfehlung – nennen Sie uns gern im Kommentar weitere Tools)
Google Analytics
Screaming Frog
Buzzsumo
Matomo.

Metriken für die Erfolgsmessung

Die nachfolgenden Metriken sind für die Messung der Content-Performance relevant. Hierbei ist es wichtig, dass Sie sich diese Kennzahlen bereits zu Beginn bei einer Bestandsaufnahme anschauen. Nur so können Sie erkennen, ob der neue Content zu einer Verbesserung oder Verschlechterung beiträgt. Außerdem sollten Sie jede URL mit neuem oder angepasstem Content überprüfen. Am besten notieren Sie sich die Metriken in einer Excel-Tabelle, damit Sie sie gut vergleichen können und den Überblick nicht verlieren. Dabei sollten Sie die relativen Werte stets differenziert betrachten.

Ranking der betreffenden URL

Durch das Ranking sehen Sie, an welcher Position Ihre URL in den Suchergebnissen steht. Im Vergleich zur Bestandsaufnahme sollten Sie sich hier verbessert haben. Bedenken Sie allerdings, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die Änderungen Ihre Rankings beeinflussen.

Verweildauer

Die Verweildauer ist die Zeitspanne, die ein Nutzer auf einer Website oder Unterseite verbringt. Ist diese kurz, muss das zunächst nicht negativ sein. Bei einer Verteilerseite ist es beispielsweise unüblich, dass der Nutzer viel Zeit darauf verbringt. Ist allerdings die Bounce-Rate (s. nächster Punkt) hoch und die Verweildauer niedrig, sollten Sie sich die entsprechende Seite noch einmal genauer anschauen.

Bounce-Rate

Die Absprungrate zeigt an, wie hoch der Anteil an Websitenutzern ist, die Ihren Internetauftritt nach einem Seitenaufruf wieder verlassen. Eine hohe Bounce-Rate impliziert nicht unbedingt, dass Ihr Content schlecht ist. Vielleicht hat der Nutzer gleich das gefunden, was er gesucht hat. Dies ist vor allem bei informativem Content der Fall, der Antwort auf Nutzerfragen bieten möchte. Deshalb ist eine hohe Bounce-Rate nicht unmittelbar negativ.

Social Signals

Social Signals sind für Sie direkte Nutzerbewertungen für Ihren Content in Form von Likes, Shares und Kommentaren. Deshalb sollten Sie dem Nutzer auf Ihrer Website die Möglichkeit geben, Inhalte zu teilen und zu liken. Außerdem hilft es, wenn Sie den Content über Ihre eigenen Social Media-Kanäle verbreiten.


Backlinks

Backlinks sind eingehende Links auf eine Webseite von einer externen Seite. Auch diese sind Mittel, mit dem der Nutzer Ihren Content bewertet. Ist er interessant, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Linkgeber wie Magazine, Webmaster oder Blogger ihn verlinken.

Impressions und Klicks

Anhand dieser Metriken sehen Sie, ähnlich wie beim Ranking, wie erfolgreich Ihr Content in den Suchergebnissen der Suchmaschinen ist. Die Impressions zeigen Ihnen, wie oft die Suchmaschine die URL in den Ergebnissen anzeigt. Besucht der Nutzer dann die Webseite, ist dies ein Klick.

Auffindbarkeit des Contents und Gefallen beim Nutzer

Wenn Sie messen möchten, wie gut der Nutzer Ihren Content finden kann, kommen dafür die Kennzahlen Rankings und Impressions in Frage. Diese können Sie beispielsweise in der Google Search Console einsehen. Sind Sie mit den Zahlen nicht zufrieden, können Sie anhand eines WDF*IDF-Tools (sog. Textoptimierungstools) überprüfen, ob relevanzsteigernde Keywords in Ihrem Content fehlen. Haben Sie jedoch auch hier etwas Geduld: Es braucht eine gewisse Zeit, bis eine Seite rankt.
Um herauszufinden, ob der Content dem Nutzer gefällt, schauen Sie sich die Metriken Verweildauer, Bounce Rate, Social Signals, Backlinks sowie Klicks an.

Maßnahmen zur Verbesserung der Metriken

Die folgenden Maßnahmen sollen Ihnen dabei helfen, die vorangegangenen Metriken noch weiter zu optimieren. Bedenken Sie, dass es sich um einen kontinuierlichen Prozess handelt, bei dem es dauern kann, bis die Auswirkungen sichtbar sind.

Schlechte Verweildauer

Machen Sie sich bei einer schlechten Verweildauer Gedanken, wie Sie den Nutzer länger auf Ihrer Seite halten können. Ideen für die Verbesserung sind beispielsweise die Integration eines Videos oder einer Interaktionsmöglichkeit wie ein Brutto-Netto-Rechner oder ein Größen-Guide. Überprüfen Sie außerdem, ob Ihre Seite sich mit der Suchintention des Nutzers überschneidet.

Hohe Bounce-Rate

Auch hier ist wichtig, dass Ihre Seite zur Suchanfrage passt. Ferner sollten Sie die Qualität Ihres Contents überprüfen. Wird der Nutzer im oberen Sichtbereich der Seite eventuell nicht richtig abgeholt oder denkt er vielleicht, er wäre falsch? Dann macht eine Umgestaltung des Contents im oberen Sichtbereich Sinn.

Social-Signals & Backlinks

Um mehr Backlinks zu generieren, können Sie Ihren Content gezielt durch Seeding (Streuung) pushen. Dabei kontaktieren Sie potenzielle Linkpartner persönlich und vereinbaren eine Kooperation. Wenn Sie die Vorteile des Contents für den Nutzer hervorheben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser verlinkt wird. 

Klicks

Sind Ihre Klicks zu gering, sollten Sie sich das Snippet noch einmal genauer anschauen. Ist es ansprechend und verständlich gestaltet; motiviert es den Nutzer, darauf zu klicken? Ist dies nicht der Fall, macht es Sinn das Snippet zu optimieren. Um Aufmerksamkeit zu erwecken und den Blick auf den Text zu lenken, können Sie ASCII-Zeichen wie Haken oder Herzen ausprobieren.

Fazit

Aus dem kontinuierlichen Monitoring des Contents können Sie wichtige Learnings ziehen, um diesen fortwährend zu verbessern. Betrachten Sie die vorgestellten Metriken immer differenziert sowie im Zusammenhang miteinander. Behalten Sie dabei immer das große Ganze im Blick. Damit Sie das Monitoring nicht vergessen, sollten Sie regelmäßige Termine festlegen. Einmal im Monat ist hierbei ein guter Richtwert.

Über die Autorin

Ann-Kathrin Grottke ist bereits seit ihrem Medienmanagement-Studium bei der eology GmbH. Ihr Wissen bringt sie in allen Bereichen als Marketing Managerin ein und fungiert als Schnittstelle für alle Abteilungen.
Tiefergehende Informationen zum Thema Strategie-Prozess erhalten Sie in folgenden eology-Whitepaper „Content-Strategie für Ihren SEO-Erfolg“, „Modernes Linkmarketing für Ihren SEO-Erfolg“.

Ein Gedanke zu “Content-Monitoring und Gegenmaßnahmen bei schlechten Werten

  1. Sehr gut, dass Sie auch darauf hinweisen, dass eine schlechte Bounce Rate nicht negativ sein muss. Schließlich kann der Nutzer ja auch gefunden haben, was er gesucht hat und die Seite deswegen verlassen haben. Sucht er beispielsweise nur die Telefonnummer eines Unternehmens, hat man als Seitenbetreiber keine Chance den Nutzer dazu zu bewegen

    Für die Content-Analyse noch wichtiger finde ich hingegen die Exit Rate. Diese weist noch konkreter auf, auf welchen Unterseiten die Besucher eine Webseite verlassen.

    Die Exit Rate ist gegenüber der Bounce Rate damit noch verlässlicher, da die Bounce Rate vorraussetzt, dass der Nutzer nur die eine Unterseite gesehen hat. Die Exit Rate bezieht sich immer nur auf die Ausstiegsseite, unabhängig davon wie viele Unterseiten ein Nutzer vorher angesehen hat.

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